5. Einblicke in die schwierigen Phasen der körperlichen Umwandlung

Weshalb nehme ich das explizit mit auf?

 

Jemand bat mich, diese Seite des Weges ehrlich anzusprechen. Auf der alten Website hätte alles zu positiv und harmlos geklungen und die Härte dieser Transformation wäre nicht wirklich aufgezeigt worden. Ich habe das mit dieser Website geändert, weil auch ich mich verändert habe. Trotzdem darf man nicht vergessen: Die hier geschilderten Dinge entsprechen der schwierigsten und fortschrittlichsten Phase, unterliegen einer Rhythmisierung und sind nur ein Teil der ganzen Umwandlung.

Sri Aurobindo schrieb vereinzelt seine Nöte dazu nieder, auch Mutter erwähnte in den letzten Jahren in besonders schmerzhaften Zeiten, dass sie nicht mehr von Transformation spreche wolle, so schrecklich sei der Weg momentan. 

Das ist alles den Widerständen der globalen Materie geschuldet. Unser Körper ist starr und unelastisch durch die Gesetze der irdischen Natur, an die er sich Millionen von Jahre immer wieder binden musste. Sie haben sich scheinbar unüberwindlich in ihm verfestigt. Die "Umprogrammierung" muss behutsam geschehen, da wir es sonst nicht überleben würden. Ich kann die Macht dieses neuen Bewusstseins auf den Körper bestätigen. Es ist zermalmend. Laut Sri Aurobindo ist sie "flüssiger als Gas und härter als ein Diamant."

Sie ist durch den Verstand nicht zu beeinflussen, da sie am Körper selbst ansetzt. Wir haben keine Kontrolle darüber. Deshalb treten immer häufiger Symptome auf, die diesem Einfluss zuzurechnen sind, ohne dass sich die Menschen dessen bewusst sind. Beschwerden, die als Krankheit verstanden werden, können bereits auf das Einwirken dieser Bewusstseinskraft zurückzuführen sein.

 

Auch ich scheute mich, Menschen vor den Kopf zu stoßen oder sie gar damit abzuschrecken. Außerdem tendierte ich dazu, mich aufgrund meines Themas für einen besonders hartnäckigen Fall zu halten, der das nicht besser hinbekommt. Der Verstand konnte noch nicht glauben, dass die Transformation durch die globale Vernetzung einfach nicht anders laufen kann. Doch die Entwicklung in diesem Yoga geht so rasant voran, dass man nach einem halben Jahr schon das Gefühl hat, wieder eine andere Person geworden zu sein und sich wundert, wie "dumm" man vor ein paar Monaten noch wahr. 

Die (höchste) Wahrheit ist einfach nur die Wahrheit, ob sie uns gefällt oder nicht. Die Welt wird immer noch von der Lüge beherrscht, es ist wirklich pervers, wenn man das in seiner ganzen Tiefe buchstäblich am eigenen Körper erfährt. Hier eine kleine Unwahrheit, da eine kleine Verdrehung der Tatsachen, da eine Ausflucht aus Bequemlichkeit oder Geltungssucht, da ein verborgener Groll, der unter der lieben Fassade und den netten Worten auf einen geworfen wird. Nichts wird mehr geduldet von dem neuen Bewusstsein. In dieser Phase des Yoga treffen uns, d.h. das erwachte und sensibilisierte Körperbewusstsein, alle wahren Energien ungeschützt als Unwohlsein oder Schmerz.

 

Leider ist die Vorstellung, Gott müsse unsere Wünsche erfüllen und unsere Probleme lösen, weit verbreitet und ein großes Hindernis für diesen Yoga. Wer mit der Vorstellung nicht zurechtkommt, sein ganzes Leben zu opfern, Schmerz und Leid auf sich zu nehmen FÜR IHN, IHM zu dienen, nicht den eigenen Interessen, braucht diesen Weg nicht zu gehen. Es sei vorausgeschickt, dass jeder Mensch seinen individuellen Weg zu erwarten hat. Dennoch gibt es unverrückbare Stadien, deren Symptome im Prinzip gleich sind. Hier wird nur die letzte und herausforderndste Phase beschrieben, da Läuterungsschübe allen aufrichtigen spirituellen Pfaden zu eigen sind. Man identifiziert sie nicht von Anfang an als jene der körperlichen Transformation. 

Im integralen Yoga gibt es die Trennung in spirituell und alltäglich nicht. "Alles Leben ist Yoga", sagte Sri Aurobindo zurecht. Wo auch sollte Alltag enden und Spiritualität beginnen, wenn sie lebendig sein soll? Ein Rückzug wird erst in dieser letzten Phase ab einem bestimmten Zeitpunkt nötig, weil der Körper zu sehr beansprucht und zeitweise instabil wird. In meinem Fall brachte der massive Eintritt in diese Phase verstärkte psychische und körperliche Einbrüche mit sich, weil sie zusammen mit den beruflichen Anforderungen eine vollkommene Überlastung bedeuteten. Seit meinem Rückzug beschleunigte sich die körperliche Umwandlung massiv. Es ist tageweise nicht mehr möglich, die Wohnung zu verlassen.

Aber es wird vorübergehen.  

 

 

 

Der Vorgang der körperlichen Umwandlung

 

Die ersten Erfahrungen sind nicht allzu belastend; es gibt sogar sehr schöne. Ist man jedoch berufen, die gesamte Umwandlung in einer Inkarnation ganz zu vollziehen, werden die "Duschen" des Supramentalen Bewusstseins immer fordernder. Sie sollen hier nicht verschwiegen werden, auch, wenn das bislang noch wenige betrifft.

Fängt die intensive Arbeit in der Materie an, was entweder in einer der letzten Phasen auf einen zukommt oder schon früher in wiederkehrenden kurzen Phasen dazwischen, erfährt man die Bewegung als absteigend, es wird immer dunkler, dumpfer, bedrohlicher, erstickender, einsamer. Das muss als Bewusstseinsphänomen verstanden werden, denn in der optischen Außenansicht verändert sich nichts. Es ist die "Dunkelheit" der Materie in ihrer ursprünglichen Form, in die man innerlich eindringt.

Man wird "dort unten" (gemeint ist eine Bewusstseins-"Tiefe") konfrontiert mit dem Unterbewussten und Unbewussten, dem, was wir alle im Laufe der irdischen Evolution dorthin verschoben und zurückgelassen haben. Globale Bewusstseins-Schwingungen, die mit "unserem Thema" in Resonanz geht, docken an. Jeder von uns hat ein bestimmtes Thema zu bearbeiten, das wird einem sehr schnell klar, wenn man seine Biografie rückwirkend unter die Lupe nimmt. Meist ist es der Bereich, der uns am meisten zu schaffen macht und alle Lebensbereiche überschattet.  

In den Tiefen der Materie verborgen harrt dieses ganze globale Feld an "Rückständen" seiner Erlösung, sonst wären die psychotherapeutischen Praxen leer. Von dort aus speist es ständig alle unsere Handlungen, weil wir auf die eine oder andere Weise in jeder Inkarnation über bestimmten Themen damit vernetzt sind. Diese Themen hängen von unserer Kindheitsprägung ab, von gravierenden Schicksalsschlägen oder der Entwicklungslinie der Ahnen, deren genetisches Vermächtnis wir in unserem System tragen. 

Fängt das Supramentale Bewusstsein die Arbeit im Körper an, richtet es seinen Strahl direkt in dieses »Schlammloch«. Das nimmt man körperlich wahr als drängende Hitze, die auf der oberen Seite des Kopfes eintritt und wie eine heiße Lavawelle den Körper nach unten über die Füße verlässt, um die Bereiche darunter zu berühren. Ist in der Materie eine Blockade zu beseitigen, kann es mit immenser Kraft in einer scharfen Bahn neben der Wirbelsäule hinabfahren, dass der ganze Körper regelrecht heißläuft wie ein überlastetes Relais und der Rücken für eine Weile danach "bebt" und schmerzt. Es hat eine "psychische Komponente" (Worte sind hier unzureichend) und erinnert an das »Schwert Gottes«, das schon Jesus Christus erwähnte.  Es fühlt sich tatsächlich an, als würde etwas mit unvorstellbarer Macht aus den Tiefen der Körperzellen und ihrer Irrtümer "herausgebrannt", dass der arme Kerl vor Angst schlottert. 

Die alten vedischen Seher sprachen bereits vor einigen tausend Jahren vom sogenannten Agni in der Materie, in den Zellen des Körpers und von seiner solaren Macht: "Er hat die Finsternis weit auseinandergespalten, wie man eine Tierhaut zerteilt, um unsere Erde unter seiner leuchtenden Sonne auszubreiten." (V.85.1; Anm.: In den Veden ist die "Erde" auch ein Symbol für das eigene Fleisch.)

Gleich aufgescheuchten Ratten quillt dann all der unterbewusste Morast, womit wir vernetzt sind, nach oben und tritt in unser Tagesbewusstsein ein. Das ist der schwierigste Teil dieser Phasen, denn dann wird die ganze Schmach für eine begrenzte Zeit zu "meiner", obwohl das nicht stimmt. Körperlich ist man konfrontiert mit der Unbeweglichkeit, dem Unwillen und Widerstand, der Starre und Unelastizität des Zellbewusstseins, das nur zögerlich und nach mehreren Bearbeitungszyklen bereit ist, nachzugeben und zu lernen, das neue Bewusstsein anzunehmen. Je nach Betroffenheit verkrampfen sind die entsprechenden Körperregionen für Stunden, manchmal Tage. 

Psychisch kommen besagte Problemfelder wie z.B. (Selbst-) Hass, Missbrauch, Bindungsängste, Schuldgefühle, etc. nach oben in unser Bewusstsein, verstärkt durch ein Bündel an globalen Schwingungen, die man dabei mit "angelöst" hat. Und das ist alles andere als selig, denn diesen Yoga macht man aus den aufgeführten Gründen nicht für sich allein. Man hat (s)einen Teil aus diesem globalen Pott zu tragen: "Jedes  Individuum ist ein Instrument für die Beherrschung einer bestimmten Ansammlung von Schwingungen, die sein ganz eigenes Arbeitsfeld darstellen. " (Mutter)

Hat das Bewusstsein der Zellen aber einmal gelernt, lässt es diese abgespeicherten Inhalte, die es in seinen Zellen eingerollt hatte, los und nimmt das neue Bewusstsein für immer an. Entsprechend geht die Intensität dieser Phasen zurück und man erfährt kurze beglückende Zustände.

 

 

Es ist erschöpfend 

 

Auch, wenn jeder von uns sein spezielles Thema hat, für das in ihm die entsprechende Stärke zur Bewältigung schlummert: Es reicht aus, um ein gewöhnliches Funktionieren in dieser Welt für ein paar Tage außer Kraft zu setzen. Danach ist der Körper stark erschöpft und fühlt sich zuweilen an wie eine "Schürfstelle". Eine Störung des Gleichgewichts zeigt sich als "Krankheitssymptome", die unmittelbar mit unserem Thema in Zusammenhang stehen und einem sehr vertraut sind. Wir halten sie oft für chronischen Beschwerden.  Man muss dem Körper die Ruhe für Anpassung und Regeneration geben, dann verschwinden sie bald wieder. An den mehr oder weniger schmerzenden Körperstellen merkt man, in welchem Bereich des Körpers das Licht gearbeitet hat.

Mit jeder neuen Herausforderung wächst uns Kraft zu, die mit der Zeit im Hintergrund als permanente Stütze empfunden wird. 

 

Diese Phasen sind in der Regel begrenzt, sonst wäre es für einen Menschen unerträglich: Man würde entweder verrückt werden oder sich freiwillig entkörpern. Deshalb wird auch immer darauf hingewiesen, sich so bald wie möglich wieder dem göttlichen Bewusstsein zuzuwenden und um Hilfe zu bitten. Dort unten kann einem das vorübergehend abhanden kommen, wenn Selbsthass, Wut, Verzweiflung oder das Gefühl von Ausweglosigkeit auf globalem Niveau von einem Besitz ergreifen. 

Taucht man wieder auf, wenn man es so nennen möchte, kann man sich rasch wieder öffnen und fragt sich, was da eben passiert ist, dass es wie ein Spuk wieder zu Ende ist. Man erkennt, dass es etwas Unwirkliches war, eine Verzerrung im Bewusstsein, die jetzt global korrigiert wird. Sri Aurobindo bezeichnete es einmal als »Bann«, der auf unseren Körperzellen liegt. Es zeigt sich in dieser Phase ganz eindeutig, dass es Sri Aurobindo und Mutter sind, die einen in dieser Zeit betreuen – wenn man ihre Hilfe annimmt. Denn nicht selten sind sie gerade diejenigen, auf die sich der ganze Hass in dieser Zeit richtet. Das merkte schon Sri Aurobindo zu Ashramzeiten an. Ich habe es selbst auch erlebt. 

 

 

Was hat diese Heftigkeit mit unserer gesamten Evolution zu tun? 

 

Als punktuelles Bewusstsein, im Pflanzenreich und bis hinein in die Anfänge des Tierdaseins hatten wir noch eine gewisse Unbewusstheit. Herr Dr. Reiter beschrieb das in Hypnose sehr plastisch. Wir kannten noch keine Dramatik wie heute. Das Drama hat im Lauf der Inkarnationen das Mental eingeführt, das inzwischen perfekt mit unserem Vital zusammenarbeitet, um den bestmöglichen Lustgewinn am Spiel "Täter und Opfer" herauszupressen mit all seinen Empörungen, Kränkungen, Schuldzuweisungen und Gutmenschlichkeiten. Unser Ego liebt Dramen über alles. Leider ist das Täter-Opferspiel gesellschaftlich sehr anerkannt.

Kommt man nun als in allen Sinnen verfeinerter Mensch mit den evolutionären Urgründen des Unterbewussten und Unbewussten in Berührung, ist das für eine Weile einfach nur schrecklich, das kann man nicht anders sagen. Man wird vereinnahmt von Schmerz, Leid, Agonie, etc., die sich wie eine Unendlichkeit anfühlen. In dieser Unbewusstheit gab es keine Wahrnehmung von Zeit, weshalb man den Eindruck hat, für immer dort unten festgehalten zu werden. Man verliert tatsächlich sein Zeitgefühl. Stunden können wie Minuten vergehen und umgekehrt. Man kann nur ausharren, bis das Licht seine transformative Arbeit in uns getan hat und die „Wolken“ sich wieder verziehen.

 

Sri Aurobindo wusste um die Schwere des Wegs. Auch sein Enthusiasmus verflog nach einer gewissen Zeit, wie er selbst einmal zugab. Vielleicht entsprang der folgende ironisch gemeinte Aphorismus dieser Zeit? 

"Ich glaube mit euch, meine Freunde, dass Gott, wenn es Ihn gibt, ein Bösewicht und ein Scheusal ist. Was aber wollt ihr schließlich dagegen tun?" 

Steckt man in der dritten Phase der Transformation, versteht man ihn sehr gut. 

Es lohnt sich, über zwei weitere Aphorismen zu meditieren, in denen Sri Aurobindo versuchte, dem Intellekt die Unsinnigkeit einer Trennung in gut und böse und damit in Täter und Opfer nahezubringen: 

221: "Die Menschen reden von Feinden, aber wo sind sie? Ich sehe nur Kämpfer des einen oder anderen Lagers in der großen Arena des Universums." 

224: "Wenn ich nicht Rama sein kann, möchte ich Ravana sein, denn er ist Vishnus dunkle Seite." (Rama ist eine göttliche Inkarnation, während Ravana die Inkarnation eines Dämonen ist.)

Mutter kommentierte den zweiten Aphorismus so: "Das will zum Ausdruck bringen, dass Sanftheit ohne Kraft, und Güte ohne Macht unvollständig sind und das Göttliche nicht vollständig ausdrücken können. Ich könnte sagen, dass die Barmherzigkeit und Großzügigkeit eines bekehrten Asuras unendlich wirksamer sind als die eines unschuldigen Engels."  

1970 griff sie die Bedeutung dieser Aphorismen noch einmal auf: "Man sollte sagen, dass in diesem Bewusstsein, wo die beiden Gegensätze sich vereinen, beide ihr Wesen ändern. Sie bleiben nicht das, was sie sind. Nicht, dass sie verbunden werden und dieselben bleiben: Alle beide verwandeln sich grundlegend. Das ist äußerst wichtig. Ihre Beschaffenheit, ihre Aktion, ihre Schwingung wird vollkommen anders, sobald sie miteinander vereint sind. Nur die Trennung macht sie zu dem, was sie sind.

Man muss die Trennung beseitigen, dann wird sich ihr eigentliches Wesen ändern: es ist nicht mehr das "Gute" oder das "Böse", sondern etwas anderes, das vollständig ist. Es ist vollständig. (Mutters Agenda, 21. Januar 1970)

 

 

 

Gibt es dann überhaupt noch "schöne" Phasen?

 

Nach einer Phase, in der intensiv Blockaden entfernt wurden, kommt es häufig zu einem kühlen Strömen. Mutter erwähnte, dass es eine andere Art des göttlichen Lichts sei, das dann den Frieden in den Körper herabbringt. Es fühlt sich angenehm prickelnd an und kann sich bis zu einem Frösteln steigern. Trotzdem wird es im Vergleich zu den anderen Phasen als wohltuend empfunden.

Dieser wechselnde Rhythmus wird von der Göttlichen Führung bestimmt, wir haben darauf keinen Einfluss. Es ist gut möglich, dass es von Person zu Person anders verläuft, weshalb sowohl Sri Aurobindo als auch Mutter keine genauen Angaben zum detaillierten Ablauf machen wollten.

Hin und wieder werden uns schöne nächtliche Visionen geschenkt. Überhaupt wird diese Ruhephase intensiv genutzt, da in diesen Zeiten unser Mental am ehesten schweigt und nicht im Weg steht. Deshalb kommt es vor, dass wir uns in den Bereichen zwischen Wachen und Schlafen für einen kurzen Moment an beglückende Erfahrungen erinnern können oder die Ausläufer davon körperlich erfahren, bevor das erwachende Mental es unterbricht. Das beglückendste Erlebnis war in meinem Fall ein Zustand, als würde sich der Körper fließend in einem Meer aus Licht schwimmend ausbreiten, ohne sich darin zu verlieren. Es war die Glückseligkeit des Körpers, ein wundervoller Ausblick auf unser nächstes Sein. 

Ich verstehe sehr gut, dass es für manche Menschen einen schweren Schritt bedeutet, den herkömmlichen Erleuchtungsweg  aufzugeben als "Sackgasse" (es sei denn, sie wollen wirklich nichts anderes). Ich kenne das, denn ich bin ihn ja bis zum Ende gegangen. Bis ich unmittelbar darauf mit der Offenbarung konfrontiert wurde, dass man etwas anderes mit mir vorhat. Ich erinnere mich gut an die Enttäuschung, als oben plötzlich "gedeckelt" wurde und dass ich dem Göttlichen wochenlang grollte. Ich fühlte mich betrogen und hatte Mühe, zu akzeptieren, dass man aus diesem schönen Zustand plötzlich in eine derartige psychische und körperliche Schlacht geworfen wird und hunderte Male durch diese Phasen gehen muss. Um so wichtiger empfinde ich es rückblickend, ehrlich weiterzugeben, was auf einen zukommt. Und dass diese Schlachten schwächer werden, je mehr man an Stärke und Selbstbewusstsein gewinnt. Man KANN es wirklich durchstehen. 

Inzwischen hat mein Körper begriffen, dass es tatsächlich "nur" ein Bann ist, der auf seinem Bewusstsein liegt. Es erinnert mich an einen Wadenkrampf: Wir kennen ihn und wissen, dass er ohne oder mit geringen Folgen vorübergeht. Auch er fällt scheinbar aus dem Nichts über uns her, beißt sich schmerzhaft fest und verschwindet nach kurzer Zeit wieder.

Im Prozess der Transformation läuft das ähnlich. Nur weitet sich hier der Krampf für längere Zeit auf den ganzen Körper und die Psyche aus, es ist eine andere "Größenordnung". Und doch endet er wieder vollkommen, meist ohne Schäden zu hinterlassen, wenn wir uns dem Göttlichen Schutz unterstellen.

 

Allzu gern würden wir die schönen Seinszustände besitzen und erfahren, wovon die Mystiker sprachen. Aber der Weg dorthin führte schon immer auf steinigen Pfaden durchs Unterholz der spirituellen Läuterungen. Geht es um die Transformation der Materie sind es nicht nur Steine, sondern regelrechte Zehntausender und Höllenschluchten, die man überwinden und durchqueren muss, mit einem unsichtbaren psychischen Peiniger im Nacken. Der unsichtbare Bann, der dem Körperbewusstsein seit Jahrtausenden die netten "Das wird dir nie gelingen!", "Du bist schuld daran!", "Siehst du, jetzt bist du krank!" oder "Jetzt kommst du nie wieder raus!" einredet und bisher Leben für Leben dafür sorgte, dass sich all das in Leid, Schmerz und Tod übersetzte. Aber irgendwann wird das neue Bewusstsein diesen Bann gebrochen haben. Dann fällt unser Körper nicht mehr darauf herein. 

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Links und Literatur 

Links and Literature: Please understand that I am listing only German sources. The equivalents, if any exist, are easy to find in the web.  


   Bilder und Zitate       Pictures and Quotes

 

 

 Der Mensch ist ein Übergangswesen. 

 Man is a transitional being. 

 Um den Glauben und alles andere zu erlangen, muss man darauf bestehen, ihn zu bekommen und darf solange nicht erlahmen oder verzweifeln oder aufgeben, bis man ihn besitzt – auf diese Weise wurde alles erlangt, seit diese schwierige Erde von denkenden und sehnsüchtigen Wesen bewohnt wird. Es gilt, sich ständig dem Licht zu öffnen und der Finsternis den Rücken zu kehren. Es gilt, die Stimmen zurückzuweisen, die unermüdlich behaupten: "Du kannst nicht, du darfst nicht, du bist unfähig, du bist eine Marionette eines Traumes." 

In order to gain faith and everything else you have to insist on getting it and must not grow weak, despair or give up until it is possessed - in this way everything has been obtained since this difficult earth is inhabited by thinking and longing beings. It is a matter of constantly opening ourselves to the light and turning your back on the darkness. It is necessary to reject the voices which tirelessly assert: "You cannot, you must not, you are incapable, you are a marionette of a dream."

 Ich glaube, ich kann behaupten, Tag und Nacht, Jahr um Jahr gewissenhafter experimentiert zu haben, als ein Wissenschaftler seine Theorie oder Methode auf der physischen Ebene prüft. 

 

I think I can claim to have experimented day and night, year by year, more conscientiously than a scientist examines his theory or method on the physical plane. 

 Die Manifestation der Liebe des Göttlichen in der Welt war das große Selbstopfer, die höchste Selbsthingabe. Das Vollkommene Bewusstsein willigte darin ein, in die Unbewusstheit der Materie einzutauchen und von ihr aufgesaugt zu werden, auf dass Bewusstheit in den tiefen ihrer Finsternis erweckt werde und nach und nach eine göttliche Macht darin auftauche und die Gesamtheit dieses manifestierten Universums zu einem höchsten Ausdruck des göttlichen Bewusstseins und der göttlichen Liebe mache.

 

The manifestation of the Divine Love in the world was the great self-sacrifice, the highest self-giving. The Perfect Consciousness consented to immerse in the unconsciousness of matter and to be absorbed by it to awaken consciousness in the depths of its darkness and to gradually reveal a Divine power in it and to turn the totality of this manifested universe into a supreme expression of the Divine consciousness and Divine love.

 

Ich kam nach Indien, um Sri Aurobindo zu begegnen. Ich blieb in Indien, um mit Sri Aurobindo zu leben. Als er seinen Körper verließ, fuhr ich fort, hier zu leben, um sein Werk weiterzuführen: d.h. der Wahrheit zu dienen und die Menschheit zu erleuchten, um die Herrschaft der göttlichen Liebe auf der Erde zu beschleunigen. 

 

 I came to India to meet Sri Aurobindo. I remained in India to live with Sri Aurobindo. When he left his body, I continued to live here in order to do his work which is by serving the Truth and enlightening humanity to hasten the rule of the Divine's Love upon earth.

 Gegenwärtig sind wir mitten in der Übergangsperiode, in welcher beide sich ineinander verschränken: Die alte Welt besteht noch in all ihrer Macht, beherrscht das gewöhnliche Bewusstsein, aber die neue schleicht sich ein, so bescheiden und unaufdringlich, dass sie für den Augenblick wenigstens äußerlich nicht sehr viel verändert ... aber sie arbeitet, sie wächst, bis auf den Tag, an dem sie stark genug ist, sich augenfällig zu behaupten. 

 

At the present time we are in the midst of the transitional period in which the two are intertwined: the old world still exists in all its power, dominates the ordinary consciousness, but the new is creeping in so modest and unobtrusive that at least for the moment it does not change much externally ...  but it works, it grows, until the day it is strong enough to assert itself visibly.

 

 Ich sah diese zwei Extreme: den Gipfel des Yogi und den Gipfel, sagen wir, des Elektronikers oder des Intellekts. Und was lag zwischen den beiden? Und wo ist es besser zu entschwinden? – Denn in beiden Fällen schien man zu entschwinden: entweder in leuchtendem Weiß oder in einem ziemlich erstickenden Schwarz. Aber das Leben, das göttliche Leben war das nicht!

 

 I saw these two extremes: the summit of the yogi and the summit, say, the electronics or the intellect. And what was between the two? And where is it better to escape? – For in both cases one seemed to be disappearing: either in bright white or in a rather suffocating black. But it wasn't life, not the Divine Life!

 Oh, wir halten uns alle für weise und wissend, wie schade! Wir schlafen weise und wissenschaftlich und auf einem seltsamen Feuer, das dort glimmert und das demnächst all unsere Weisheiten und Wissenschaften umstürzen wird. Was für Kinder wir doch sind! Dort, im Körper. Dieses Mysterium ...

 

Oh, we all consider ourselves wise and knowing, how pity! We sleep wisely and scientifically and on a strange fire glimmering there which will soon overthrow all our wisdoms and sciences. What children we are! There, in the body. This mystery ...

 

Es ist sehr seltsam: wie zwei Körper ineinander. Der eine weiß unwiderruflich und für immer und allen Widrigkeiten zum Trotz, er kennt das Leben, das er berührt; und der andere, ein wenig darüber und ihn gleichsam verhüllend, ist der alte sterbliche Körper, das Resultat unzähliger Vorahnen, die ihm den Tod und nur den Tod eintrichterten – den Tod bei der geringsten Anzweiflung seines überlieferten alten Rhythmus. Und dieser weiß überhaupt nichts! Er weiß nur um das alte Gesetz.

 

It is very strange: like two bodies in each other. The one knows irrevocably and forever and against all odds, he knows the life he touches; and the other a little above and covering him is the old mortal body, the result of countless ancestors which brought him death and only death  – death at the slightest doubt of his ancient tradition. And he knows nothing at all! He only knows the old law. 


Es ist die Dunkelheit vor der

Morgendämmerung,

just the darkness

before dawn ...