3. Mentale Widerstände: Kann ich selbst etwas dagegen tun?

 

Erst einmal sind diese Widerstände evolutionsbedingt. Sie zusammen machen einen Großteil der globalen Krise aus. Niemand ist daran "schuld". Es geht nicht um die Frage, ob sie zu vermeiden sind, sondern darum, wie schnell sie überwunden werden können.  Man kann auch niemand dafür anklagen, da nicht herauszuwollen, solange er es nicht besser weiß. 

Es ist nur sehr schade. Es würde einiges für uns alle einfacher machen, viele Katastrophen überflüssig und unnütz vertane schmerzhafte Inkarnationen einsparen. Geklagt wird um mich herum ständig.

Wir müssen eben mit den Konsequenzen noch eine Weile leben.   

 

Die Schwierigkeit beim Erklimmen der nächsten Daseinsstufe ist der Widerstand der irdischen Gesetze und Mächte, welche die menschliche Natur beherrschen. Sri Aurobindo wurde gleich zu Beginn seiner Forschungsarbeit mit dem ganzen hochkommenden Unrat aus dem globalen Unterbewussten konfrontiert, bis er entsetzt feststellte: "Das ist ein Kampf gegen die gesamte niedere Natur!" Aber abgesehen von der transformativen Arbeit im Körper, auf die wir (fast) keinen Einfluss haben, gibt es Widerstände, die wir selbst entlarven und abbauen können. Diese erste Phase einer eingehenden und aufrichtigen Selbstbeobachtung bleibt niemandem erspart, sie ist erst der Anfang. 

Ich habe einmal Resümee gezogen, welche Widerstände der Verstand aufwarf, um gleich hinterher ins Detail zu gehen und wie zur Erhärtung die übliche Geschichte und Argumentation drumherum zu spinnen. Vielleicht sind ein paar davon repräsentativ. (Die isolierte und deutliche Gliederung entspricht nicht meiner Art der Wahrnehmung.  Aber sie kommt erfahrungsgemäß unserem analysierenden und aufspaltenden Mental sehr entgegen.) 

 

1. Es ist zu einfach.

2. Es ist zeitaufwändig. 

3. Die religiöse Prägung zu überschreiten macht Angst.

 

 

1. Es ist zu einfach. Ich soll mich tatsächlich nur dem Göttlichen Bewusstsein hingeben und alles wird gut? Wenn ich das aufrichtig tue: Ja. 

Widerstand 1: Was ist Hingabe? Habe ich den Mut, die innere und äußere Kontrolle über mein Leben aufzugeben und IHM zu überlassen? Zudem gibt der Intellekt nur ungern zu, dass es Wissen und Fähigkeiten gibt, die ihn übersteigen: Gott soll über allen Naturgesetzen stehen, die uns die Wissenschaft doch als unverrückbar bewiesen hat? Auch, wenn es sich um solche Dinge wie Chemotherapie handelt oder den Tod? 

Widerstand 2: Meine Vorstellung von Gott: Glaube ich überhaupt an ihn, seine Allmacht und Fürsorge, die mich nie verlassen haben? 

Widerstand 3: Weshalb hat er nicht eine Welt ohne Leid erschaffen? Ich soll Ihm vertrauen, dass er ausgerechnet jetzt das plötzlich ändern wird? So, wie die Welt im Moment aussieht?! 

Einfach loslassen und darauf vertrauen, dass Er sich weit besser um uns kümmert als wir selbst das können? Das wäre doch wirklich zu einfach. 

 

2. Es ist zeitaufwändig. Es erfordert auf jeden Fall die Dauer eines ganzen Lebens, wenn man die Transformation des Körpers vollkommen durchziehen will. Schneller geht es nicht, bis die unzähligen Körperzellen und ihre Vernetzung mit den Schwingungen aus der globalen Materie umprogrammiert sind. Ginge das Supramentale Bewusstsein zu schnell vor, würden wir explodieren. (Man braucht sich deshalb nicht unter Druck zu setzen. Mutter erwähnte, dass angeblich keine bewusste transformierte Körperzelle nachdem Tod verloren geht; sie dockt einfach woanders wieder an. Werden in einem Leben "nur" mentale oder vitale Anteile transformiert, so kann das seelische Wesen sie an sich binden und in die nächste Inkarnation mit übernehmen. Aber irgendwann muss man ja damit anfangen.) 

Widerstand 1: Uns graut vor dem jahrelangen unbekannten Weg der Transformation, bis wir endlich ankommen. Was viele nicht wissen, erscheint uns Zeit nur in unserem irdischen Dasein lang. Hingegen ist die Dauer einer Inkarnation auf der Göttlichen Ebene, also in einer erweiterten Dimension, nur ein Wimpernschlag. 

Widerstand 2: Trägheit. Der Körper ist von Natur aus träge, weil er sich vor Jahrmillionen an die Gesetze der irdischen Natur binden musste, um einen Körper auszuarbeiten. Jetzt  ist er leider nur schwer zu überreden, davon abzulassen und etwas neues auszuprobieren, um die gewohnten Gesetze zu überwinden. Es braucht viele Wiederholungen, und das dauert. Hat er aber gelernt, ist es für immer.

Widerstand 3: Man kippt immer wieder in alte Muster zurück und Verdrängtes kommt noch massiver nach oben. Es braucht Geduld.  

Ein ganzes Leben dafür "opfern", ohne zu wissen, ob ich mein Ziel auch erreiche?  

 

3. Die religiöse Prägung zu überschreiten macht Angst: Es gibt Menschen, die davon überzeugt sind, dass sie nur dieses eine Leben zur Verfügung haben. Und deshalb wollen sie möglichst all die irdischen Wünsche verwirklichen, die sie für das höchste Glück halten – und nichts weiter. Darüber hinauszugehen macht ihnen Angst. Je mehr sich die Hingabe vertieft, umso mehr verliert man diese Angst. 

Für andere wiederum gilt der Körper als untransformierbar. Schon die bei jeder Läuterung mit hochkommenden vitalen Anteile schrecken sie ab. Sie halten am herkömmlichen Erleuchtungsweg fest, der die Materie als temporär notwendiges Übel verneint und trachten früher oder später danach, den Körper abzulegen und der Welt zu entfliehen ins Nirvana.  

Wer sich mit spirituellen Themen befasst hat, weiß, dass man sehr häufig alles Irdische verliert, an dem man hängt. Auch in meinem Fall war das so. Es ist ein längerer Prozess, sich damit abzufinden, dass man die Anhaftung an all diese Dinge erst einmal vollkommen loslassen muss, um am Ende ALLES zu gewinnen. Es geht um den Unterschied zwischen Religion und gelebtem GLAUBEN, der in der Lage sein muss, das Höchste Bewusstsein allein an die erste Stelle zu setzen, komme was wolle. Für diesen Yoga ist das nicht zuletzt als Schutz unerlässlich, denn es geht uns buchstäblich ans "körperliche Fell".   

Wie soll man bei diesen Prägungen den Mut aufbringen, ohne die Sicherheit äußerer Riten oder der Geborgenheit in einer Glaubensgemeinschaft am Ende mit nichts in der Luft zu hängen als nur dem lebendigen Glauben an die Göttliche Führung? 

 

 

 

 

 

Eine kleine Übung zur Bewusstseinserweiterung für eine Meditation:

Fliegen wir doch einmal weit ins Weltall hinaus und betrachten unseren wunderschönen Planeten Erde aus der Ferne:

"Auf diesem Planeten war ich schon unzählige Male inkarniert. Ich wurde dort in eine feste materielle Form hineingeboren und war am Ende eines anstrengenden Lebens meist erschöpft und erleichtert, sie wieder verlassen zu können – um mich in Gottes Armen auszuruhen, bevor es mit der nächsten Verkörperung weiterging.  

Wie viele Leben waren es wohl?  In welche Formen bin ich eingetreten? Was habe ich alles gesehen und erlebt? Welche Eindrücke hat mein seelisches Wesen aus all den Leben an sich gebunden? Sie haben meine seelische Individualität geprägt, die ich jetzt behalten darf. Und diese wird immer stärker. 

Wie viele Leben habe ich noch vor mir? Wäre es nicht schön, diese enge Jacke zu transformieren und mich endlich in voller Pracht als das zu entfalten, als was ich immer gedacht war ...?

 

 

Diese Übung kann helfen, uns das eigene unsterbliche, ewige, göttliche Sein näherzubringen. Können die Widerstände der irdischen Natur, die wir in jedem Leben wie ein Kleid überstreifen, uns wirklich etwas anhaben ...? 

Raum für eigene Erfahrungen, Kommentare, Fragen ...

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Links und Literatur 

Links and Literature: Please understand that I am listing only German sources. The equivalents, if any exist, are easy to find in the web.  


   Bilder und Zitate       Pictures and Quotes

 

 

 Der Mensch ist ein Übergangswesen. 

 Man is a transitional being. 

 Um den Glauben und alles andere zu erlangen, muss man darauf bestehen, ihn zu bekommen und darf solange nicht erlahmen oder verzweifeln oder aufgeben, bis man ihn besitzt – auf diese Weise wurde alles erlangt, seit diese schwierige Erde von denkenden und sehnsüchtigen Wesen bewohnt wird. Es gilt, sich ständig dem Licht zu öffnen und der Finsternis den Rücken zu kehren. Es gilt, die Stimmen zurückzuweisen, die unermüdlich behaupten: "Du kannst nicht, du darfst nicht, du bist unfähig, du bist eine Marionette eines Traumes." 

In order to gain faith and everything else you have to insist on getting it and must not grow weak, despair or give up until it is possessed - in this way everything has been obtained since this difficult earth is inhabited by thinking and longing beings. It is a matter of constantly opening ourselves to the light and turning your back on the darkness. It is necessary to reject the voices which tirelessly assert: "You cannot, you must not, you are incapable, you are a marionette of a dream."

 Ich glaube, ich kann behaupten, Tag und Nacht, Jahr um Jahr gewissenhafter experimentiert zu haben, als ein Wissenschaftler seine Theorie oder Methode auf der physischen Ebene prüft. 

 

I think I can claim to have experimented day and night, year by year, more conscientiously than a scientist examines his theory or method on the physical plane. 

 Die Manifestation der Liebe des Göttlichen in der Welt war das große Selbstopfer, die höchste Selbsthingabe. Das Vollkommene Bewusstsein willigte darin ein, in die Unbewusstheit der Materie einzutauchen und von ihr aufgesaugt zu werden, auf dass Bewusstheit in den tiefen ihrer Finsternis erweckt werde und nach und nach eine göttliche Macht darin auftauche und die Gesamtheit dieses manifestierten Universums zu einem höchsten Ausdruck des göttlichen Bewusstseins und der göttlichen Liebe mache.

 

The manifestation of the Divine Love in the world was the great self-sacrifice, the highest self-giving. The Perfect Consciousness consented to immerse in the unconsciousness of matter and to be absorbed by it to awaken consciousness in the depths of its darkness and to gradually reveal a Divine power in it and to turn the totality of this manifested universe into a supreme expression of the Divine consciousness and Divine love.

 

Ich kam nach Indien, um Sri Aurobindo zu begegnen. Ich blieb in Indien, um mit Sri Aurobindo zu leben. Als er seinen Körper verließ, fuhr ich fort, hier zu leben, um sein Werk weiterzuführen: d.h. der Wahrheit zu dienen und die Menschheit zu erleuchten, um die Herrschaft der göttlichen Liebe auf der Erde zu beschleunigen. 

 

 I came to India to meet Sri Aurobindo. I remained in India to live with Sri Aurobindo. When he left his body, I continued to live here in order to do his work which is by serving the Truth and enlightening humanity to hasten the rule of the Divine's Love upon earth.

 Gegenwärtig sind wir mitten in der Übergangsperiode, in welcher beide sich ineinander verschränken: Die alte Welt besteht noch in all ihrer Macht, beherrscht das gewöhnliche Bewusstsein, aber die neue schleicht sich ein, so bescheiden und unaufdringlich, dass sie für den Augenblick wenigstens äußerlich nicht sehr viel verändert ... aber sie arbeitet, sie wächst, bis auf den Tag, an dem sie stark genug ist, sich augenfällig zu behaupten. 

 

At the present time we are in the midst of the transitional period in which the two are intertwined: the old world still exists in all its power, dominates the ordinary consciousness, but the new is creeping in so modest and unobtrusive that at least for the moment it does not change much externally ...  but it works, it grows, until the day it is strong enough to assert itself visibly.

 

 Ich sah diese zwei Extreme: den Gipfel des Yogi und den Gipfel, sagen wir, des Elektronikers oder des Intellekts. Und was lag zwischen den beiden? Und wo ist es besser zu entschwinden? – Denn in beiden Fällen schien man zu entschwinden: entweder in leuchtendem Weiß oder in einem ziemlich erstickenden Schwarz. Aber das Leben, das göttliche Leben war das nicht!

 

 I saw these two extremes: the summit of the yogi and the summit, say, the electronics or the intellect. And what was between the two? And where is it better to escape? – For in both cases one seemed to be disappearing: either in bright white or in a rather suffocating black. But it wasn't life, not the Divine Life!

 Oh, wir halten uns alle für weise und wissend, wie schade! Wir schlafen weise und wissenschaftlich und auf einem seltsamen Feuer, das dort glimmert und das demnächst all unsere Weisheiten und Wissenschaften umstürzen wird. Was für Kinder wir doch sind! Dort, im Körper. Dieses Mysterium ...

 

Oh, we all consider ourselves wise and knowing, how pity! We sleep wisely and scientifically and on a strange fire glimmering there which will soon overthrow all our wisdoms and sciences. What children we are! There, in the body. This mystery ...

 

Es ist sehr seltsam: wie zwei Körper ineinander. Der eine weiß unwiderruflich und für immer und allen Widrigkeiten zum Trotz, er kennt das Leben, das er berührt; und der andere, ein wenig darüber und ihn gleichsam verhüllend, ist der alte sterbliche Körper, das Resultat unzähliger Vorahnen, die ihm den Tod und nur den Tod eintrichterten – den Tod bei der geringsten Anzweiflung seines überlieferten alten Rhythmus. Und dieser weiß überhaupt nichts! Er weiß nur um das alte Gesetz.

 

It is very strange: like two bodies in each other. The one knows irrevocably and forever and against all odds, he knows the life he touches; and the other a little above and covering him is the old mortal body, the result of countless ancestors which brought him death and only death  – death at the slightest doubt of his ancient tradition. And he knows nothing at all! He only knows the old law. 


Es ist die Dunkelheit vor der

Morgendämmerung,

just the darkness

before dawn ...