1. Woran erkenne ich die Wahrheit (M)eines spirituellen Wegs?

Was meine Ausführungen angeht, steht hier das, was ich in meinem langen Lebensprozess als Wahrheit erfahren habe. Unsere individuellen Seelenprägungen und Lebensaufgaben sind so vielseitig wie die Wege, die wir gehen. Trotzdem decken sich viele meiner Erfahrungen mit denen anderer "Mystiker" wie Sri Aurobindo, Mutter und Satprem in speziell diesem Transformationsprozess.

Man kann meinen Schilderungen glauben oder nicht, ich habe nichts davon. Ich bekomme für diese Website weder Spenden noch irgendeine Anerkennung anderer Art. Sie kostet Zeit und Arbeit und geht wegen der zeitweiligen Schmerzen der körperlichen Umwandlung zunehmend schleppender voran. Ich habe also keinen Grund, Unwahrheiten zu verbreiten. Dazu sind mir sowohl die Thematik als auch die Menschen zu wichtig. Im Gegenteil: Werden die Inhalte verstanden, lässt sich unnötiges Leid für einen selbst verringern.   

Als Christ sollten wir schon seit 2017 Jahren wissen, was Glauben ist und "wie das geht". Wäre dem so, würde es auf unserem Planeten anders aussehen. Also erzähle ich hier im Prinzip nicht viel Neues, abgesehen davon, dass sich in der Abwicklung des Göttlichen Schöpfungsplans Neuerungen anbahnen. Und diesmal sind sie absolut zwingend und tiefgreifend. 

 

Viel bedeutsamer ist in dieser Zeit,  für sich selbst herauszufinden, wo man steht. 

Um sich den Unterschied zwischen Wissen und Glauben zu verdeutlichen, kann man sich mit folgenden Fragen beschäftigen: "Weiß ich ganz sicher, dass es z.B. Jesus Christus gegeben hat? Ist es die Wahrheit oder glaube ich das nur, weil man es mir gesagt hat?" 

So lange ich keine Gotteserfahrung oder Gipfelerlebnis mit ihm hatte, was durchaus möglich ist, glaube ich es nur, weiß es aber nicht. Und beweisen kann ich es schon gar nicht. Genauso wenig wie die Liebe zu meinen Kindern, meiner Mutter oder anderen Menschen.  

Immer schon hatten Menschen spirituelle Erfahrungen, weil das in unserem Sein begründet liegt. Wir haben ein Anrecht darauf. Sie wurden nur, gerade in der westlichen Welt, für lange Zeit geleugnet bis unterdrückt als nicht angemessen "religiös".  Etwas vollkommen Natürliches erscheint anderen Menschen als "mystisch" bis verdächtig. Deshalb ja auch die seltsame Bezeichnung Mystiker

Lesen wir nun Bücher über spirituelle Erfahrungen und ist die Zeit reif dafür, klingt in uns eine zarte Saite des "Wiedererkennens" an. Diese inneren Mitteilungen stellen sich fast immer auf sehr zarte und stille Weise ein. Unnötig, zu betonen, dass wir ebenso still werden müssen, um sie zu bemerken, wenigstens ab und zu.   

 

Ob man bewusst auf der Suche nach dem Göttlichen Bewusstsein, bzw. berufen ist auf den "spirituellen Weg", erkennt man daran, dass einen das Thema nicht mehr loslässt und sich mehr und mehr in den Fokus drängt. Man verschlingt ein Buch nach dem anderen zum Thema, besucht spirituelle Seminare, fängt an zu meditieren und verspürt ein immer wieder aufloderndes inneres Sehnen, das mit weltlichen Dingen nicht mehr zu befriedigen ist. Und damit ist nicht ein "Philosophieren über" gemeint, sondern die innere Herzenssehnsucht, mit dem Göttlichen eins zu werden.  

Dieses veränderte Verhalten lässt sich vor dem Umfeld auf Dauer nicht verbergen. Dann wird es für eine Weile anstrengend, denn man stößt nur selten auf Verständnis, wenn man darüber spricht. Dazu gibt es zu wenige Menschen, die selbst aufrichtig suchen. Die meisten neigen ohnehin dazu, sich bevorzugt jenen zuzuwenden, die ihrer "Wellenlänge" entsprechen. 

 

Irgendwann bekommt fast jeder erste Gipfelerlebnisse oder Gotteserfahrungen geschenkt. Meist benötigen sie anfänglich noch des meditativen Ruhigwerdens, um sich den Weg aus unserem Inneren in unser Tagesbewusstsein bahnen zu können. Es ist typisch, dass wir in den ersten Erfahrungen den spirituellen Führern begegnen, die unserem Streben oder Kulturkreis entsprechen. Diese Berührungen sind verbunden mit Liebe, Freude, Glückseligkeit, Geborgenheit, Lichterlebnissen, Weite und absoluter Klarheit, die nicht dem Vergessen unterworfen sind wie z.B. Träume. Das Erleben dehnt sich in alle Richtung aus, es erstreckt sich tatsächlich in eine andere Dimension, die von unserem Tagesbewusstsein nicht erfasst werden kann. Geht es um den Weg der körperlichen Transformation, stellen sich sehr schnell auch körperlich wahrnehmbare Symptome ein.  

Es ist von Nachteil, über wertvolle spirituelle Erfahrungen, die nur für uns selbst bestimmt waren, zu reden, da sich ihre Energie dann schnell im Außen verflüchtigt. Liegen sie weiter zurück, ist das etwas anderes.  

Normalerweise sind diese Erfahrungen nicht von Dauer. Unser psychisches Wesen gewinnt erst nach und nach an Stärke, um die Führung über unsere äußere Person mit all ihren Wünschen, Sorgen, Ängsten und Trieben zu bekommen. Mit der Zeit wird es als schmerzhaft erfahren, diese Verbindungen immer wieder zu verlieren, was das spirituelle Bemühen intensiviert. Sicher ist das genau so gewollt. 

Ich kann versichern, dass es irgendwann gelingt, immer in einem meditativen Zustand zu leben: im Alltag, bei der Arbeit, sogar während des Sprechens. Das Verharren in Trance als Voraussetzung ist ein Mythos. Erst ab einem gewissen Fortschritt der Transformation nimmt die körperliche Stabilität ab und man muss sich zurückziehen.  

Unter 2. und 5. habe ich beschrieben, was speziell diesem Weg zu eigen ist. Ich fand ich mich darin wieder, ohne jemals etwas darüber gelesen zu haben. Meine Hingabe erfolgte immer an das Göttliche selbst, da ich menschlichen Lehrern gegenüber extrem misstrauisch war.  (Oft zu Recht, wie sich später herausstellte.) Dennoch habe ich so manches Mal "Lehrgeld" bezahlt und schmerzhafte Transformationsphasen unnötig verlängert, weil ich gegenüber Sri Aurobindo und Mutter "fremdelte" und mir nicht helfen ließ. Sie sind es nun einmal, die durch diese Umwandlung führen und am besten wissen, welche Unterstützung wir in welcher Situation brauchen.   

 

Grundsätzlich gibt es keine andere Möglichkeit, die Wahrheit herauszufinden, als sich ihr zu überantworten. Kein Mensch kann sie an einen anderen "weitergeben", in dem Sinn, dass der andere sie dann ebenso "besitzt". Man kann nur darüber berichten und versuchen, Hilfen anzubieten.  

Die absolute Wahrheit ist das Göttliche Bewusstsein, und das umfasst alles was ist. Sie kann nicht durch Verstandeskontrolle errungen oder erarbeitet werden, sondern nur durch Überschreiten derselben, indem das Bewusstsein sich weitet. Wenn die Hingabe einen gewissen Punkt erreicht, wird die Wahrheit einem enthüllt als konkrete Erfahrung. Bei manchen Menschen hat diese Transformation schon in unterschiedlicher Ausprägung begonnen, ohne dass sie es merken.

 

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Links und Literatur 

Links and Literature: Please understand that I am listing only German sources. The equivalents, if any exist, are easy to find in the web.  


   Bilder und Zitate       Pictures and Quotes

 

 

 Der Mensch ist ein Übergangswesen. 

 Man is a transitional being. 

 Um den Glauben und alles andere zu erlangen, muss man darauf bestehen, ihn zu bekommen und darf solange nicht erlahmen oder verzweifeln oder aufgeben, bis man ihn besitzt – auf diese Weise wurde alles erlangt, seit diese schwierige Erde von denkenden und sehnsüchtigen Wesen bewohnt wird. Es gilt, sich ständig dem Licht zu öffnen und der Finsternis den Rücken zu kehren. Es gilt, die Stimmen zurückzuweisen, die unermüdlich behaupten: "Du kannst nicht, du darfst nicht, du bist unfähig, du bist eine Marionette eines Traumes." 

In order to gain faith and everything else you have to insist on getting it and must not grow weak, despair or give up until it is possessed - in this way everything has been obtained since this difficult earth is inhabited by thinking and longing beings. It is a matter of constantly opening ourselves to the light and turning your back on the darkness. It is necessary to reject the voices which tirelessly assert: "You cannot, you must not, you are incapable, you are a marionette of a dream."

 Ich glaube, ich kann behaupten, Tag und Nacht, Jahr um Jahr gewissenhafter experimentiert zu haben, als ein Wissenschaftler seine Theorie oder Methode auf der physischen Ebene prüft. 

 

I think I can claim to have experimented day and night, year by year, more conscientiously than a scientist examines his theory or method on the physical plane. 

 Die Manifestation der Liebe des Göttlichen in der Welt war das große Selbstopfer, die höchste Selbsthingabe. Das Vollkommene Bewusstsein willigte darin ein, in die Unbewusstheit der Materie einzutauchen und von ihr aufgesaugt zu werden, auf dass Bewusstheit in den tiefen ihrer Finsternis erweckt werde und nach und nach eine göttliche Macht darin auftauche und die Gesamtheit dieses manifestierten Universums zu einem höchsten Ausdruck des göttlichen Bewusstseins und der göttlichen Liebe mache.

 

The manifestation of the Divine Love in the world was the great self-sacrifice, the highest self-giving. The Perfect Consciousness consented to immerse in the unconsciousness of matter and to be absorbed by it to awaken consciousness in the depths of its darkness and to gradually reveal a Divine power in it and to turn the totality of this manifested universe into a supreme expression of the Divine consciousness and Divine love.

 

Ich kam nach Indien, um Sri Aurobindo zu begegnen. Ich blieb in Indien, um mit Sri Aurobindo zu leben. Als er seinen Körper verließ, fuhr ich fort, hier zu leben, um sein Werk weiterzuführen: d.h. der Wahrheit zu dienen und die Menschheit zu erleuchten, um die Herrschaft der göttlichen Liebe auf der Erde zu beschleunigen. 

 

 I came to India to meet Sri Aurobindo. I remained in India to live with Sri Aurobindo. When he left his body, I continued to live here in order to do his work which is by serving the Truth and enlightening humanity to hasten the rule of the Divine's Love upon earth.

 Gegenwärtig sind wir mitten in der Übergangsperiode, in welcher beide sich ineinander verschränken: Die alte Welt besteht noch in all ihrer Macht, beherrscht das gewöhnliche Bewusstsein, aber die neue schleicht sich ein, so bescheiden und unaufdringlich, dass sie für den Augenblick wenigstens äußerlich nicht sehr viel verändert ... aber sie arbeitet, sie wächst, bis auf den Tag, an dem sie stark genug ist, sich augenfällig zu behaupten. 

 

At the present time we are in the midst of the transitional period in which the two are intertwined: the old world still exists in all its power, dominates the ordinary consciousness, but the new is creeping in so modest and unobtrusive that at least for the moment it does not change much externally ...  but it works, it grows, until the day it is strong enough to assert itself visibly.

 

 Ich sah diese zwei Extreme: den Gipfel des Yogi und den Gipfel, sagen wir, des Elektronikers oder des Intellekts. Und was lag zwischen den beiden? Und wo ist es besser zu entschwinden? – Denn in beiden Fällen schien man zu entschwinden: entweder in leuchtendem Weiß oder in einem ziemlich erstickenden Schwarz. Aber das Leben, das göttliche Leben war das nicht!

 

 I saw these two extremes: the summit of the yogi and the summit, say, the electronics or the intellect. And what was between the two? And where is it better to escape? – For in both cases one seemed to be disappearing: either in bright white or in a rather suffocating black. But it wasn't life, not the Divine Life!

 Oh, wir halten uns alle für weise und wissend, wie schade! Wir schlafen weise und wissenschaftlich und auf einem seltsamen Feuer, das dort glimmert und das demnächst all unsere Weisheiten und Wissenschaften umstürzen wird. Was für Kinder wir doch sind! Dort, im Körper. Dieses Mysterium ...

 

Oh, we all consider ourselves wise and knowing, how pity! We sleep wisely and scientifically and on a strange fire glimmering there which will soon overthrow all our wisdoms and sciences. What children we are! There, in the body. This mystery ...

 

Es ist sehr seltsam: wie zwei Körper ineinander. Der eine weiß unwiderruflich und für immer und allen Widrigkeiten zum Trotz, er kennt das Leben, das er berührt; und der andere, ein wenig darüber und ihn gleichsam verhüllend, ist der alte sterbliche Körper, das Resultat unzähliger Vorahnen, die ihm den Tod und nur den Tod eintrichterten – den Tod bei der geringsten Anzweiflung seines überlieferten alten Rhythmus. Und dieser weiß überhaupt nichts! Er weiß nur um das alte Gesetz.

 

It is very strange: like two bodies in each other. The one knows irrevocably and forever and against all odds, he knows the life he touches; and the other a little above and covering him is the old mortal body, the result of countless ancestors which brought him death and only death  – death at the slightest doubt of his ancient tradition. And he knows nothing at all! He only knows the old law. 


Es ist die Dunkelheit vor der

Morgendämmerung,

just the darkness

before dawn ...