Sri Aurobindo: "Europa wird zerstört werden ..."

"Europa rühmt sich seiner praktischen und wissenschaftlichen Organisation und Tüchtigkeit. Ich warte, bis seine Organisation perfekt ist; dann wird ein Kind es zerstören."

 

Sri Aurobindo, Aphorismen

 

 

   Wir stecken in einer evolutionären Krise, Europa wohl im ganz besonderen Ausmaß. Es ist nicht allein eine geopolitische, finanztechnische, wirtschaftliche, moralische oder Migrationskrise. Das ist nur das äußere Erscheinungsbild.

Wir haben einen hohen Grad des Intellekts erreicht, bedeutende wissenschaftliche Errungenschaften vorzuweisen und große Denker der hohen geistigen Schule des Philosophierens. Trotzdem konnten wir diese globale Krise nicht verhindern.

Warum?  

 

    "Alles Leben ist Yoga" , ein viel zitierter Ausspruch von Sri Aurobindo. Er meinte damit nicht, dass unser Leben automatisch Yoga ist, sondern wie das zu erreichen sei: Eine permanent dem Göttlichen Bewusstsein hingegebene verinnerlichte Lebenshaltung zur Grundlage von Denken und Handeln in allen unseren Lebensbereichen zu machen.

Hätte man Sri Aurobindo seit gut siebzig Jahren nicht nur als Denker, Freiheitskämpfer und Philosophen diskutiert, sondern als Göttliche Aktion verstanden und befolgt, was er vorlebte, wäre das Ausmaß an Katastrophen und Krisen auf diesem Planeten erheblich verringert und das Kommen der Neuen Erde beschleunigt worden.

Unser sogenannter `Freier Wille´ ist von vielen unsichtbaren Kräften abhängig und nur bedingt wirksam. Seit einigen Jahrzehnten erfahren seine Auswirkungen eine spürbare Korrektur durch das Göttliche Bewusstsein, damit wir uns als Zivilisation nicht auslöschen.  

     

    "Unser Ziel besteht nicht darin, dem Ego eine grenzenlose Ausdehnung zu ermöglichen, ebensowenig darin, der Erfüllung mentaler menschlicher Ideen freien Lauf zu lassen und den Begierden der egozentrischen vitalen Kraft ein unbegrenztes Feld einzuräumen. Keiner von uns ist hier, um "zu handeln, wie es ihm paßt", oder um eine Welt zu erschaffen, in der wir endlich nach Belieben verfahren können. Wir sind hier, um zu tun, was das Göttliche will, und um eine Welt zu erschaffen, in der der göttliche Wille endlich seine Wahrheit manifestieren kann, ohne daß diese von menschlicher Unwissenheit entstellt oder vom vitalen Verlangen pervertiert oder denaturiert wird." (aus einem Brief Sri Aurobindos, Mutters Agenda vom 8.01.1966)

 

    Die Evolution bleibt nicht stehen, ER entwickelt sich fortwährend weiter. "Beeilen wir uns, Ihm hinterherzukommen", sagte Mutter. 

 

 

 

Die Supramentale Transformation als Höhepunkt aller spiritueller Vorbereitung

 

    Seit Jahrtausenden sprechen die Mystiker und Weisheitslehrer vom Göttlichen Bewusstsein in uns selbst und dem Kommen einer neuen Erde. Sie ist bereits hier, aber wir können sie noch nicht `betreten´. Dazu bedarf es der Vergöttlichung unserer Körper. Sri Aurobindo nannte es die "Supramentale Transformation", die Mutter, mit bürgerlichem Namen Mirra Alfassa, nannte es "Das schönste Märchen aller Zeiten": Die Transformation der Materie. 

Schon zu Anfang des Jahrhunderts merkte Sri Aurobindo an: "Der Mensch ist ein Übergangswesen". Wenn wir nicht schritthalten, werden wir von der neuen Spezies überholt, denn die Evolution geht weiter.  

 

    "Für den ganzen alten indischen Yoga war der Körper etwas Untransformierbares und folglich eine vorübergehende Notwendigkeit, die wieder verschwinden wird. Für Sri Aurobindo hingegen ist der Körper transformierbar, und sobald er transformierbar ist, sieht der Körper sich selbst nicht mehr als Individuum sondern als der Herr. Und ich versichere dir, dass dies spontan, natürlich ... und glückselig ist.

Die Vorstellung einer abgetrennten Person ist ein schmerzhafter Notbehelf." (Mutter, 18. Oktober 1969)

 

    Sri Aurobindo inkarnierte auf der Erde, um das Herabkommen des sogenannten "Supramentalen Bewusstseins" zu ermöglichen - als transformative Kraft. Mira Alfassa, die Mutter, führte seine Arbeit fort und beendete sie. 

Beide beeinflussten das globale Bewusstsein und leiteten die nächste Stufe der Menschheit ein. 

 

    1971 merkte Mutter an: "Wir sind in einer Übergangszeit der Geschichte der Erde. Nur ein Augenblick in der Ewigkeit der Zeit. Aber verglichen mit dem menschlichen Leben ist dieser Augenblick lang. Die Materie ist dabei, sich zu verändern, um sich auf die neue Manifestation vorzubereiten; aber der menschliche Körper ist nicht plastisch genug und leistet Widerstand, deshalb nimmt das Ausmaß unerklärlicher Störungen und Krankheiten zu und wird ein Problem für die medizinische Wissenschaft. Das Heilmittel liegt in der Vereinigung mit den göttlichen Kräften, die am Werk sind, und in einer vertrauensvollen und ruhigen Aufnahmebereitschaft, die die Arbeit erleichtert." (Mutters Agenda, 18.11.1971)

 "Denen, die fortschreiten wollen, bietet sich eine außergewöhnliche Chance; denn die Transformation beginnt mit der Öffnung des Bewusstseins gegenüber der Aktion der neuen Kräfte; so haben die Individuen eine einzigartige und wunderbare Gelegenheit, sich dem göttlichen Einfluss zu öffnen." (a.a.O., 20.11.1971)

 

   Seit einigen Jahrzehnten arbeitet das neue Bewusstsein an der Läuterung der Materie und unserer Körper, bevor wir die menschliche Zivilisation ein wiederholtes Mal an der Rand des Abgrunds gebracht haben. Die Supramentale Transformation findet statt, mit oder ohne unser Zutun und mit absolutem Mitgefühl für unsere Zerbrechlichkeit.

Aber sie reagiert auf unsere Empfänglichkeit. Wo ein Sich-öffnen und Hingabe vorhanden sind, arbeitet sie verstärkt und beschleunigend an unserer körperlichen Umwandlung und hält das Ausmaß an Leid und Schmerz, hervorgerufen durch den Widerstand unserer niederen Natur, geringer. 

Ist der Übergang vollzogen, wird es nicht mehr nötig sein, dass wir sterben und diesen Planeten verlassen. Das, was uns heute leiden macht, wird nicht mehr existieren. 

 

   Die Anmerkung Sri Aurobindos über Europa wurde von Mutter bis zu ihrem Weggang nicht revidiert, im Gegenteil. Sie betonte zuletzt den absoluten Wahrheitsgehalt dieser Voraussage und bestand darauf, sie publik zu machen.

 

 

 

"Es ist ein Wesen, das sein Selbst verwirklicht. Es baut auf das spirituelle Selbst auf, die Seele wird stärker und es wächst ihr Drängen. Ihr Licht, ihre Macht und ihre Schönheit werden entbunden und gewinnen an Souveränität. 

Das ist kein ichhaftes Übermenschentum, das sich durch mentale und vitale Herrschaft über die Menschheit durchsetzt, sondern die Souveränität des Geistes gegenüber seinen Werkzeugen.

Dieses Übermenschentum besitzt sein Selbst und sein Leben in der Macht des Geistes. In einem neuen Bewusstsein findet der Mensch den Weg, über sich hinauszukommen und sich selbst zu erfüllen durch die Enthüllung des Göttlichen, das in ihr auf seine Geburt drängt.

Das ist die einzig wahre Möglichkeit für einen Schritt nach vorn in der volutionären Natur." 

 

Sri Aurobindo, Das Göttliche Leben, zweites Buch, Teil 2, S. 498

 

 

"Eines scheint offensichtlich: die Menschheit hat einen bestimmten Zustand allgemeiner Spannung erreicht – Spannung der Anstrengung, Spannung der Handlung, sogar Spannung des täglichen Lebens –, mit einer derart übertriebenen Hyperaktivität, einer so allgemeinen Hektik, daß die Spezies als ganzes einen Punkt erreicht zu haben scheint, wo sie den Widerstand zum Bersten bringen und zu einem neuen Bewusstsein durchbrechen muß oder in einen Abgrund der Finsternis und Trägheit zurückfallen wird.

 Die Spannung ist so total und verbreitet, daß irgend etwas offensichtlich brechen muß. Es kann so nicht fortbestehen. Dies kann als sicheres Anzeichen betrachtet werden, daß ein neues Prinzip von Kraft, von Bewusstsein, von Macht in die Materie eingedrungen ist, das durch seinen Druck genau diesen zugespitzten Zustand verursacht ...."

 

Mutter, Agenda Juli 1958 

 

 

 

 

 

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